Hans-Peter Feldmann geht davon aus, dass Kunst grundsätzlich das Produkt einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort ist. In diesem Sinne arbeitet er durchaus unter einer historischen Perspektive, ohne streng genommen Historiker zu sein. Feldmanns Arbeit begründet sich im Sammeln und archivarischen Neuordnen von Fotografien und Abbildungen, aber auch Gegenständen, die unser alltägliches Alltagsleben gebiert. Kunstpostkarten, Bilder von nackten Frauen, Schuhe, Postkarten von Sonnenuntergängen, Zeitungsbilder, Kalenderblätter etc. sind Materialien, derer er sich bedient und die er zum Ausgangspunkt nimmt, um nacherzählende Analogien vorzuführen. Seine eigenen Schwarz-Weiss-Fotografien beziehen sich scheinbar lapidar auf Städte als Anordnungen von Bauten, Straßen, Autos und Menschen. Wie ein Feldforscher im eigenen Auftrag schafft Feldmann mit den zu Büchern zusammengefassten Fotografien Anthologien über die Bedingungen in bestimmten Städten und zu Bildern einer bestimmten Zeit